Lehrerausbildung

Nach dem neuen Lehrerausbildungsgesetz (LABG) vom 12. Mai 2009 (www.schulministerium.nrw.de/BP/Schulrecht/Lehrerausbildung/LABG__Fassung_12_05_2009.pdf)erfordern alle Lehrämter ein dreijähriges Bachelorstudium (mindestens 6 Semester) und ein zweijähriges Masterstudium (mindestens 4 Semester).
Vor und während des Studiums müssen die (angehenden) Studentinnen und Studenten verschiedene Praktika ableisten (siehe Grafik oben). Die Praktika sind in einem fortzuführenden Portfolio von den Studierenden zu dokumentieren.
Der sich anschließende Vorbereitungsdienst beträgt 18 Monate, ab 2015 12 Monate.

Praktika an der DBS

Die Ausbildung von Lehramtsanwärter/innen und die Ermöglichung von Praktika zur Vorbereitung auf den Lehrerberuf  ist eine wesentliche Aufgabe und gute Tradition unserer Schule.
Tatsächlich gibt es bei uns wie an allen Schulen eine gewaltige Nachfrage nach Praktikumsplätzen. Daher können wir Praktikumsplätze an unserer Schule nur nach folgenden Kriterien anbieten:

1. In Kooperation mit der Universität Münster – Zentrum für Lehrerbildung – wird Studierenden der Universität Münster die Möglichkeit eröffnet, ein Orientierungspraktikum oder ein Kernpraktikum an unserer Schule zu absolvieren.

2. Übrige Personen, die eine berufliche Orientierung suchen, können leider nicht berücksichtigt werden.

3. Studierende an übrigen Hochschulen möchten wir bitten, eine hochschulnahe Praktikumsschule zu wählen.

4. Bewerbungsfristen für das Orientierungspraktikum/das Kernpraktikum
Pro Termin (üblich sind die Anfangswochen zu Beginn des ersten und zweiten Schulhalbjahres) nehmen wir fünf Bewerber/innen auf.
Wenn das Praktikum geblockt im 1. Schulhalbjahr stattfinden soll, sollten sich Studierende spätestens 6 Wochen vor den Sommerferien bewerben. Soll das Praktikum im 2. Schulhalbjahr geblockt durchgeführt werden, endet die Bewerbungsfrist spätestens vor Weihnachten.

5. Bei der Zusage für eine Bewerberin/einen Bewerber gilt, dass die Fächerkombinationen unterschiedlich sind.

6. Ebenso gilt, dass es möglichst keine Fächerüberschneidungen mit Lehramtsanwärter/innen gibt, die zum fraglichen Zeitpunkt an unserer Schule ausgebildet werden.

Die DBS als Ausbildungsschule für Lehramtsanwärter/innen

Wir sind seit vielen Jahren Ausbildungsschule, d. h., wir sorgen für die schulpraktische Ausbildung der Lehramtsanwärter/innen in den verschiedenen Fächern. Dabei arbeiten wir eng mit dem Studienseminar für das Lehramt an der Sekundarstufe I zusammen, wo die Lehramtsanwärter/innen im Hauptseminar und in den Fachseminaren die theoretische Ausbildung erhalten. Die Koordination zwischen Seminar und Schule wird von einem/einer Ausbildungskoordinator/in übernommen.
Nach der (alten) Ausbildungsordnung bleiben die Lehramtsanwärter/innen vier Ausbildungshalbjahre an der ihnen zugewiesenen Ausbildungsschule und legen dort am Ende dieser Zeit ihr 2. Staatsexamen ab (siehe Änderungen nach dem neuen Lehrerausbildungsgesetz vom 12.05. 2009).

In der Regel werden ein bis drei Lehramtsanwärter/innen 12 Stunden pro Woche an der DBS ausgebildet. Dabei stehen ihnen in jedem ihrer Fächer Ausbildungslehrer/innen zur Seite, die ihnen Tipps und Anregungen für das eigene Unterrichten geben.

Wir sehen in der Ausbildung der Lehramtsanwärter/innen nicht ein störendes Muss im Schulalltag, sondern eine Chance. Einerseits können wir unsere eigenen Unterrichtserfahrungen an die jungen Lehrer/innen weitergeben, andererseits können aber auch wir von der Ausbildung profitieren: Wir „bleiben am Ball“, d. h., wir setzen uns mit neuen Ansätzen und modernen Methoden der Unterrichtsgestaltung auseinander und bleiben so selbst weiter im Lernprozess. Der „frische Wind“ kommt aber vor allem den Schülerinnen und Schülern zugute und trägt ent- scheidend dazu bei, dass unsere Schule ein moderner, Innovationen gegenüber offener Lernort bleibt.

Schulpraktische Ausbildung an der DBS

In den ersten drei Wochen an der DBS lernen die LAA ihren neuen Arbeits- und Ausbildungsplatz kennen und gewöhnen sich ein, indem sie sich mit dem Kollegium und dem alltäglichen Schulbetrieb vertraut machen und einen ersten Einblick in die innerschulische Organisation erhalten.

In der ersten Woche begleiten sie - ohne Berücksichtigung ihrer eigenen Fächer – die Schüler/innen je einer Jahrgangsstufenklasse an je einem Morgen von der ersten bis zur sechsten Stunde und lernen so den Unterrichtsmorgen sowohl aus der Sicht der Schüler und Schülerinnen als auch der Lehrer/innen kennen.

In der zweiten und dritten Woche hospitieren die LAA bei Fachkollegen/innen ihrer eigenen Fächer in unterschiedlichen Klassen mit konkreten Beobachtungsaufgaben (Motivationsmöglichkeiten, Gesprächsführung, Unterrichtsstörungen), die später im Gespräch mit der Ausbildungskoordinatorin ausgewertet werden. Die LAA erhalten so eine Hilfestellung bei der Wahl der Klassen und Lehrer/innen, in denen / bei denen sie ihre Ausbildung fortführen wollen, und werden für bestimmte Arbeits- und Problemfelder im Unterricht und bei den Schülern/innen sensibilisiert.

Die Unterrichtszeit der LAA beträgt 12 Stunden, wobei sie die Hälfte der Stunden Unterricht in ihren eigenen Fächern unter Anleitung des jeweiligen Ausbildungslehrers erteilen und dabei schon kleinere Unterrichtsreihen planen und durchführen. Dabei arbeiten sie sich sowohl in die Richtlinien ihrer Fächer als auch in die schulinternen Lehrpläne ein. In den verbleibenden Stunden beobachten sie Unterricht unter bestimmten Schwerpunkten (Binnendifferenzierung, pädagogische Einwirkungsmöglichkeiten auf Schüler/innen usw.). Auch stehen in dieser Zeit die ersten Unterrichtsbesuche der Fachleiter/innen an, von denen die LAA im Laufe ihrer Ausbildung in jedem Fach mindestens fünf absolvieren müssen.

Neben den unterrichtlichen Aufgaben gewinnen die LAA vertiefende Einblicke in die Schulorganisation und gewinnen Sicherheit im Schulalltag, indem sie an den unterschiedlichen Konferenzen teilnehmen, Kollegen/innen bei der Aufsicht helfen und sich intensiv mit Verwaltungsvorschriften und den schulinternen Regelungen der DBS auseinander setzen.

Um auch Erfahrungen in der Kontaktaufnahme und Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten der Schüler/innen zu sammeln, nehmen sie z. B. als Zuhörer/in an Gesprächen der Ausbildungskoordinatoren mit den Eltern am Elternsprechtag teil.

Die LAA sollen sich fortschreitend in alle Aufgabenfelder eines Lehrers (Klassenführung, Schülerförderung u. v. a. ) einarbeiten und ein großes Maß an Sicherheit im Planen und Durchführen von Unterricht in allen Jahrgangsstufen, in der Leistungsbeurteilung, im pädagogischen Handeln, in der Kooperation mit den Eltern und im Umgang mit den umfangreichen Rechts- und Verwaltungsvorschriften erlangen.

Aber sie sollen die Schule auch als einen Ort des „offenen Lernens“ begreifen und zu einer Identifikation mit ihrem Arbeitsplatz gelangen, der sich nicht nur auf den Unterricht am Schulmorgen erstreckt. So können sie auch freiwillige Arbeitsgemeinschaften anbieten, mit den Schülern/innen Unterrichtsgänge planen und durchführen und andere außerschulische Aktivitäten initiieren.

Den Abschluss der Ausbildung bildet dann der Examenstag, an dem die LAA in jedem ihrer Fächer eine unterrichtspraktische Prüfung und danach ein einstündiges Kolloquium absolvieren müssen, in dem sie ihr Wissen und Können im facettenreichen Aufgabenfeld eines Lehrers unter Beweis stellen müssen.

Der Erfolg der schulpraktischen Ausbildung wird nicht nur in der Bewertung der Examensstunden deutlich, sondern zu einem wesentlichen Teil in der Beurteilung der Schulleiterin / des Schulleiters. Diese/r stützt ihr / sein Gutachten auf eigene Beobachtungen der/s LAA im und außerhalb des Unterrichts wie auch auf Fachlehrergutachten. Somit hat die OVP der schulischen Ausbildung ein großes Gewicht verliehen, dem die DBS mit viel Engagement als Ausbildungsschule gerecht werden möchte.